Die Mischerei ist umgezogen
Mischerei – Gastro Service moved!
Andere Gegend – gleicher Service!
Persönliches:
Geboren im Ruhrgebiet, aufgewachsen und gelernt im Münsterland, Horizont erweitert im Ruhrgebiet. Über dreißig Lebensjahre in drei Satzteile konzentriert. (Man weiß ja, dass ich gerne ausschweife, aber das ist leider nicht mehr Zeitgemäß, kurz knapp, knackig!!)
Mittlerweile kann ich auf acht interessante Jahre im Ruhrgebiet zurückblicken. Gewohnt und gearbeitet von Duisburg bis Unna.
Nachdem ich im Münsterland in den coolsten Läden gelernt und gearbeitet hatte, entschied ich mich dazu Landflucht zu begehen und die Herausforderung in der Großstadt zu suchen. Als ich jung war, meine Ansprüche noch recht gering, war die Suche nach Arbeit teilweise mit einem Wechsel in den Laden auf der anderen Straßenseite erfolgreich beendet. Als dann irgendwann ganze Dörfer oder Gemeinden zwischen meinen neuen Jobs lagen, da die Auswahl in Betracht zu meinen wachsenden Ansprüchen geringer wurde, war mein Gedanke, dass die flächentechnische Streuung anspruchsvoller Bars in der “Ruhrstadt” wesentlich konzentrierter sei. Fehlanzeige – erster Erfolg der Jobsuche in Essen: Barmann im Extrablatt. Ein Auszubildender zeigte mir die Räumlichkeiten und erklärte mir, als ehemaligem Barchef einer heißen Cocktailbar, den hiesigen Arbeitsplatz und die gruselige systemgastronomische Cocktailkarte mit Happyhour von 18.00 bis 22.00 Uhr.
Zum Feierabend lächzte mein Bartenderherzlein schon nach einem Drink im Daktari. Naja, begleitet von teilweise fünf oder sechs Jahre jüngeren Teammitgliedern, die laut Arbeitsvertrag die gleiche Position und Gehaltsleistung hatten. Meine Suche nach einer Bar, in der ich arbeiten könne wurde zum obersten Ziel, bis ich glücklicherweise wieder zu einem ehemaligen Arbeitgeber ins Münsterland zurückgerufen wurde, um die Wochenenden zu “rocken”, Fahrtkosten und Fremdenzimmer wurden übernommen und die Party war wieder da.
Auch nach acht Jahren im Ruhrgebiet gibt es immernoch nicht die Bar, die ich bräuchte. Deswegen habe ich mich auf eigene Beine gestellt, um meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.
In dieser “Großstadt” habe ich unzählige echte Menschen kennengelernt, mit harten Typen gelacht und gefeiert, Erzählungen alter Zechenmänner gelauscht, Industrieruienen durchwandert und gestaunt, wie schnell sich die Natur ihr Land zurückerobert.
Doch je mehr ich vom Ruhrgebiet zu sehen bekam, entdeckte oder erfuhr, frage ich mich immernoch – wo geht die Reise hin? Wie kann man knapp 5 millionen Menschen, die einst auf die ein oder andere Weise von der Montanindustrie lebten, dazu bewegen von Kultur und Dienstleistungsegmenten ihr täglich Brot zu bestreiten? Wer bezahlt das alles?
Ich hatte stets den Eindruck, dass “Tacheles-Ruhrstadt” seine Schrebergärten und Kellerbars wie kostbare Wertanlagen weiterhin behütet. Ruhrstadt brauchte bisher keine Cocktailbars und Schicky Mickey. Wie denn auch mit einer Arbeitslosenquote von 10 – 13 %, von Migrationszahlen ganz zu schweigen.
Nun werde ich nach fast neun Jahren auf ehrlichen, aber sehr maroden Ruhrpottwegen die Flucht umkehren und in mein geliebtes Münsterland zurückkehren.
Die Freunde die ich hier fand, die Wege die ich ging und die Träume die mir ein Lächeln gaben lasse ich genau 100 kilometer weit zurück…
Fern des Lärms und der Traurigkeit zwischen grauen Straßenzügen, freue ich mich wieder auf Feldwege, eine pulsierende und positive Kleinstadt mit einem Herz aus Tradition und dem steten Fortschritt – und das alles in westfälischer Gemütlichkeit.
Aber ich bin im Pott geboren, er ist Teil von mir und ich Teil von ihm. Ruhrpott – ich denk an Dich…
Mischerei cedet monastereo…

Da hätte ich ja jetzt fast ne Träne weggedrückt. Aber du bleibst ja in Schlagweite, wie der Bergmann sagt.
Und, verflucht nochmal, hör mit der Melancholie auf….;-)
Die Melancholie ist der Regen, den ein Baum zum Wachsen braucht…