Philosophie

Daniel Biernatowski

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen gerne einige Informationen über die Philosophie des Unternehmens und meiner beruflichen Erfahrung bieten.

Nachdem ich 1995 neben der Schule etwas Geld durch Kellnern dazuverdienen wollte, wurde mein Interesse vollständig von den Menschen, dem Angebot, dem Ablauf und dem großen Wissen, was mich plötzlich umgab, geweckt. Ich war fasziniert vom gastronomischen Leben, ich wollte alles Wissen aufsaugen, was ich bekommen konnte und habe dabei bis zum heutigen Tage eines gelernt:

“Man kann niemals genug wissen, man kann nur jeden Tag ein bisschen besser werden.”

Der erste Laden, in dem ich arbeitete war eine mediterrane Brasserie und Bar, die zu meiner Zeit noch drei weitere Lokale eröffnete, zu denen ich jeweils Vor-Eröffnungs-Erfahrungen sammeln konnte. Bald arbeitete ich in allen vier Läden, bekam einen Bulli und erledigte die Einkaufs- und Belieferungstour. Das Imperium wuchs und es wurde ein Lager benötigt, in dem ich für die Warenein- und -ausgänge und Inventuren zuständig war.
Der Gesamtablauf dieses Unternehmens sollte mich, wie ich heute weiß, für mein Leben prägen.

Die erfüllendste Arbeit war und ist für mich allerdings die Bar. Ich wollte die Fragen von Gast und Personal beantworten können und vorbildhaft Arbeiten. Nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass mir Gäste und Mitarbeiter gerne bei meiner Arbeit zugeschaut haben, das hat mich noch mehr angespornt, meine Arbeit sollte professionell werden und ich entschied mich, eine Ausbildung zum Hotelfachmann zu machen.
Ich hatte großes Glück, dass der Besitzer der Hotelbar mich zu einem Barkeeperkurs in der Cocktail-Akademie in Dortmund angemeldet hat, da ich dort mein Grundwissen über die Getränkewelt erlangt habe und auch heute noch gelegentlich für diese Schule mit Freude unterrichte und arbeite.

Während meiner Ausbildung zum Hotelfachmann lernte ich die Abläufe der verschiedenen Hotelbereiche, und meine Freizeit verbrachte ich freiwillig hinter der Hotelbar, meine Urlaubstage verbrachte ich auf Stadtfesten, auf denen mein Chef sich mit einer mobilen Cocktailbar integrierte. Hier lernte ich, was es heißt zu “rocken”, da die Gäste an unserer Bar in Fünferreihen bestellten. Diese Aufgabe hat mich gefesselt und gehärtet.

Als meine Ausbildung sich der Abschlussprüfung näherte, durfte ich einen gleitenden Übergang in eine frisch eröffnete Havanna Bar erleben, mit viel Liebe zum Detail ausgeschmückt, aber ohne Fachpersonal, also stand ich vor der Herausforderung, einen neuen Laden mit Leben vor und hinter der Theke zu füllen, Karten und Angebot zu gestalten und auch die hintergründigen Arbeiten als erledigt zu wissen. Neben meiner Tätigkeit als Barchef habe ich mich zu einer Ausbildung zum Handelsfachwirt entschieden, da ich gerne wusste, wie ich die Preise meiner Produkte gestalten kann, wie ich ordentliches Marketing durchführen und das Controlling der Zahlen betreiben kann.

Als dann doch die Liebe vor der Türe stand, verließ ich das vetraute westfälische Flachland und wurde mit dem Ruhrgebiet konfrontiert, andere Regeln, andere Menschen, andere Interessen. Aufgrund der geringen Nachfrage nach Cocktailbars geriet ich zwangsläufig in die omnipräsente Systemgastronomie in zentraler Lage. Ich fasste Fuß und lernte, wie ein großes System funktioniert.
Der zweite Vorteil einer Ladenkette ist, nach dem durchdachten Ablauf- und Angebotssystem, die regionale Streuung der Outlets. So wurde ich aufgrund meiner Arbeits- und Wissensqualitäten von Dortmund bis Köln eingesetzt, wenn es hieß, dort könnte es besser laufen. Ich betrachtete die jeweiligen Bars, Restaurants und Läger und erledigte die Feineinstellungen in diesen Bereichen.

Ein neues Casino sollte eröffnet werden, ich bekam den Tip mich dort als Barkeeper zu bewerben, da die Trinkgelder berauschend wären. Gesagt getan, im September beworben, im Dezember eingestellt, drei Monate vor der Eröffnung.

Meine Bewerbungsunterlagen sagten der Leitung aus, dass ich als Barmanager fungieren sollte. Ich war bereit zu neuen Herausforderungen: Bewerbergespräche, Lieferantentermine, die Erstellung sämtlicher erforderlicher Listen, Schulungsunterlagen und Getränkekarten erstellen, vor und nach der Büroarbeit führte mein Weg mich am entstehenden Gebäude vorbei und ich war somit zweimal täglich mit Bauhelm mit dem Bauleiter unterwegs, um die Entwicklungen und Schwierigkeiten beim Bau zu beobachten. Das größte und modernste Casino in Deutschland, eine echte Herausforderung. Die Tage vergingen im Flug.

Dann war es soweit, drei Wochen vor der Eröffnung standen 70 neue Mitarbeiter vor mir, zu 90 % branchenfremd. Meine erste Getränkeschulung fand in einer Lagerhalle statt, danach wurden kleinere Gruppen von mir in einem Café weitergeschult.
Bis zur Eröffnungsfeier mit 3.500 Gästen waren alle fit und wir konnten eine gute Arbeitsqualität erlangen.

Im Sommer 2007 legte ich meine Prüfung zum IHK Barmeister in München ab, und da ich eh gerade dort war, besuchte ich die Barista – Akademie und machte einen Abschluss als Barista (Kaffespezialist).

Lange Zeit war ich mit den aufkommenden Herausforderungen im Casino beschäftigt, Effizienz, optimale Kundenzufriedenheit, Standards, fortwährende Personalschulungen in Warenkunde, Angebotskenntnis, Arbeitsablauftrainings, Kassenschulungen, Arbeitssicherheit, HACCP, und nicht zu vergessen – der Personalmotivation und -weiterbildung.

Als meine innere Zufriedenheit mir sagte – es ist geschafft, alles geht von hieran auch ohne mich, meine Aufgaben habe ich vertrauensvoll übergeben, war ich bereit meinen Weg für mich zu gehen.
Dies soll mein Arbeitnehmerleben gewesen sein, so habe ich es mir an meinem 20sten Geburtstag vorgenommen. Mit dreißig möchte ich auf eigenen Füßen stehen und mein gesammeltes Wissen an andere weitergeben, dass Sie genausoviel Freude und Erfolg an der Gastronomie finden können, wie ich ihn in dieser Profession habe.

Für viele ehemalige Arbeitgeber und Ausbildungsstationen bin ich auch heute noch tätig, beratend, handelnd, oder einfach mal auf ´nen Kaffee.

Wenn ich Ihnen mit meiner Erzählung ein wenig zeigen konnte, wie sehr ich meinen Arbeitsbereich liebe, dann können Sie auch verstehen, dass ich mir wünsche, dass es der gesamten Branche gut geht und der Gast das tun kann, wofür es uns Gastronomen gibt:

sich aufgehoben und umsorgt zu fühlen.

Mit bestem Gruße

Ihr Daniel Biernatowski